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Wie junge Leute die Zukunft gestalten

Wer sich verwirklichen will, geht in die Stadt – so die gängige Meinung. Auf dem Land, heißt es, fehle es an Chancen, Offenheit und Zukunft. Mit den Beispielen in unserer aktuellen Magazin-Ausgabe halten wir dagegen. Wir zeigen junge Menschen, denen es auch auf dem Land gelungen ist, pfiffige Ideen umzusetzen und ihr Potenzial zu entfalten. Sie gestalten ihr Berufsleben mit heimatlichen Ressourcen und verwirklichen Herzensprojekte. Sie übernehmen Verantwortung und prägen Orte, Gemeinschaften und ganze Regionen. Zu Wort kommen auch jene, die sie auf diesem Weg begleiten, unterstützen und Orientierung geben.

Im Gespräch mit Berufsberater Tobias Sandweger wird deutlich, wie wichtig Menschen sind, die Potenziale sehen. Sein Blick auf junge Menschen ist geprägt von Zuversicht: Jeder bringt Stärken mit, auch wenn diese ggf. noch verborgen sind. Ob Ausbildung, Ehrenamt oder der Schritt in die Selbstständigkeit – entscheidend ist nicht der perfekte Lebenslauf, sondern der Mut, den eigenen Weg zu gehen und sich selbst etwas zuzutrauen.

Das passiert zum Beispiel in der WERKSTØD in Viechtach – ein Ort, der nicht vorgibt, wie junge Menschen zu sein haben, sondern ihnen zutraut, es selbst herauszufinden. Hier wird Beteiligung gelebt statt behauptet. Jugendliche gestalten Räume, Projekte und Veranstaltungen eigenständig, übernehmen Verantwortung und erfahren, dass ihre Ideen zählen. Unternehmergeist beginnt genau hier: durch Mitbestimmung, Vertrauen und der Erfahrung, dass Engagement Wirkung hat.

Dass aus kreativen Ideen und Spaß auch unternehmerisches Handeln entstehen kann, beweisen junge Gründerinnen und Gründer wie Philipp Köstler von kraftschluck oder Wiltrud Honer-Schmid vom Drehwerk. Sie experimentieren in einem Alter, in dem andere noch studieren oder gerade zum ersten Mal auf dem Stellenmarkt umschauen, und erschaffen dabei Produkte mit Haltung: regional, kreativ, handwerklich. Unternehmertum wird hier nicht als Karriereschritt verstanden, sondern als Ausdruck von Sinn, Gestaltungslust und Verantwortung.

Besonders eindrucksvoll wird das bei den Brüdern Marc-André und Florian Janz von Rhönmomente. Aus einer spontanen Idee, viel Mut und Durchhaltevermögen entstand ein Unternehmen, das heute Arbeitsplätze schafft und Menschen für die Rhön begeistert. Ihre Geschichte zeigt: Gründen heißt nicht, alles zu wissen – sondern anzufangen, dranzubleiben und sich Hilfe zu holen, wenn es nötig ist.

Einen wichtigen Rahmen dafür beschreibt der Geschäftsführer des Kreisjugendring Neumarkt i.d.OPf. Markus Ott im Gespräch über Jugendarbeit und Potenzialentfaltung. Er macht klar: Engagement entsteht dort, wo junge Menschen ernst genommen werden, Verantwortung übernehmen dürfen und begleitet werden. Ob im Ehrenamt, in Vereinen oder in Jugendprojekten – wer früh erlebt, dass eigene Ideen zählen, entwickelt Selbstvertrauen, Gestaltungskraft und den Mut, Neues aufzubauen.

Was alle Beispiele verbindet, ist ein gemeinsamer Treiber: der Wunsch, mitzugestalten und etwas Sinnvolles für sich und andere aufzubauen – flankiert von einer selbstbewussten Haltung. Diese gilt es zu fördern. Denn ganze Regionen profitieren davon, wenn junge Menschen Räume, Vertrauen und Begleitung erhalten. Es entwickeln sich Unternehmen, die lebendige Gemeinschaften und echte Zukunftsperspektiven versprechen.

Mit dieser Ausgabe wollen wir Mut machen. Mut, auf junge Menschen zu setzen. Mut, ihnen Verantwortung zu übertragen. Mut, daran zu glauben, dass Zukunft dort beginnt, wo jemand sagt: Lass es uns machen – es wird schon klappen.