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HeimatUnternehmen schaffen Begegnungsorte

Was braucht ein Ort, damit Menschen gerne bleiben? Was macht aus einem Gebäude mehr als vier Wände, aus einem Dorf mehr als eine Ansammlung von Häusern und aus Heimat mehr als einen vertrauten Namen?

Die vier Geschichten in dieser Ausgabe geben darauf ganz unterschiedliche Antworten. Im „Zum Haber“ in Osterhofen ist es das Wirtshaus, in dem man auf ein Bier vorbeikommt, Kleinkunst erlebt und ganz selbstverständlich mit anderen ins Gespräch kommt. Am Bergfried bei Passau wird ein ehemaliges Klosterareal zur Kultur-Oase, in der Musik, Kunst, Natur und Menschen aus unterschiedlichen Regionen und Kulturen zusammenfinden. In Berngau wird mit dem Lukas-Anwesen ein altes Wirtshaus zum neuen Mittelpunkt des Ortes – mit Bücherei, Verwaltung, Wohnen und Angeboten für Menschen mit und ohne Demenz. Und der Learning Campus zeigt in der Oberpfalz, wie Bildungs- und Sozialeinrichtungen zu neuen Dorfzentren werden können.

So unterschiedlich diese Orte sind, so deutlich wird eine Gemeinsamkeit: Begegnung braucht Räume. Räume, in denen Menschen einander zufällig oder ganz bewusst begegnen können. Räume, die offen sind für unterschiedliche Generationen, Lebensentwürfe und Hintergründe. Und Räume, die nicht nur eine Funktion erfüllen, sondern Leben in einen Ort bringen. Gerade darin liegt ihr HeimatMehrWert. Denn eine lebendige Gemeinschaft entsteht nicht allein durch gute Infrastruktur. Sie entsteht durch Beziehungen. Durch das Gespräch am Wirtshaustisch, das gemeinsame Musikerlebnis, das Miteinander von Jung und Alt, durch Nachbarschaft und durch die Erfahrung, gebraucht und willkommen zu sein.

In einer Zeit, in der vieles digital und manches auch gesellschaftlich zunehmend getrennt stattfindet, werden solche Orte umso wichtiger. Sie schaffen Gelegenheiten, einander wirklich zu begegnen – auch Menschen, die sich sonst vielleicht nicht kennenlernen würden. Begegnungsorte können damit zu einer Art sozialer Infrastruktur werden: unspektakulär im Alltag, aber von großer Bedeutung für das Miteinander. Den Wert solcher Begegnungen fasst die Historikerin und Schriftstellerin Ricarda Huch so zusammen: Jede Bekanntschaft, jede sympathische Begegnung ist ein Gewinn.

Ein Gewinn für den Einzelnen. Für den Ort. Und letztlich für eine Gesellschaft, die davon lebt, dass Menschen miteinander in Verbindung bleiben.