Urlaub, wo´s sich nach Heimat anfühlt
Tourist sein in Bayern, das ist grundsätzlich etwas Feines. Zu Gast sein bei einem HeimatUnternehmen, das ist unvergleichlich. Die Sehnsuchtsorte, die wir zum aktuellen Magazin-Schwerpunkt „Tourismus“ vorstellen, sind einzigartig, haben alle eine Geschichte – und sind beliebt bei Gästen wie Einheimischen gleichermaßen.
Am Südhang des Auerbergs im Ost-Allgäu haben Julia und Stephan Babel einen aufgelassenen Althof zum Mächlerhof erweckt: Hofrestaurant, Ferienwohnungen, Tiny Houses und Bio-Landwirtschaft unter einem Dach. Stephan kocht nach der Philosophie „From Nose to Tail" mit Erzeugnissen der eigenen Tierhaltung. Gäste erleben hier Genusszeit, Ruhezeit, Reifezeit – und verstehen, warum „Mächler" im Allgäu für kreative Macher steht.
Im mittelalterlichen Berching hat Ernst Burger einen denkmalgeschützten Wehrturm in das Turmchalet allio verwandelt: Faszinierende Bausubstanz, Gemütlichkeit gepaart mit erlesenem Geschmack, Blick auf die Sulz und die historische Altstadt. Die erstaunliche Leistung, aus dem verfallenden Gebäude ein solches Schmuckstück zu machen, wurde zurecht mit dem Denkmalpreis der Oberpfalz gewürdigt. Geschichte wird hier nicht konserviert, sondern bewohnbar gemacht.
In Wissing lädt neuerdings der Aurbach Hof mit seinen Ferienwohnungen Gäste ein, die Oberpfalz und ihre Lebensart zu entdecken. Das ehemalige Pfarrhaus ist mit viel Liebe zum Detail saniert worden und ein Beispiel dafür, mit welchem Engagement und persönlichem Einsatz HeimatUnternehmer den Charakter ihrer Region erhalten und historischen Gebäuden eine Zukunft schenken.
So auch in Mähring im Landkreis Tirschenreuth: Dort hat Marco Eckert eine über 400 Jahre alte Mühle vor dem Verfall gerettet. Sein Mühlenhof beherbergt heute Ferienwohnungen und weit mehr: Gemeinsam mit dem Bürgerverein sind Dorfladen, Mühlenwirtshaus und Feststadl entstanden. In einem Ort, in dem der letzte Laden geschlossen hatte, gibt es nun wieder einen Mittelpunkt. Das Projekt wurde 2024 mit dem Staatspreis „Land.Dorf.Zukunft" ausgezeichnet.
In Waldeck bei Kemnath haben unterdessen Elisabeth und Leonhard Zintl das Konzept „Zu Gast im Dorf" erfunden. Ihre Hollerhöfe verteilen rund 30 Gäste-Zimmer in sanierten Dorfhäusern über den ganzen Ort. Darüber hinaus hat die Familie den ersten essbaren Wildpflanzenpark Deutschlands mit initiiert.
Was all diese Projekte verbindet, bringt Julia Träger, HeimatEntwicklerin in der Bayerischen Rhön, in einem Interview für diese Ausgabe wunderbar auf den Punkt: „Wir setzen nicht beim Tourismus an – sondern bei den Menschen vor Ort." In der Rhön beobachtet sie, wie aus der Stärkung einzelner Unternehmerinnen und Unternehmer ein Netzwerk mit HeimatMehrwert entsteht, das Gäste teils von weither anzieht. Ob Direktvermarktung, Hofcafé oder Alpaka-Wanderungen: „Was die Region belebt, wirkt auch auf den Tourismus“, sagt Julia Träger.
Denn Tourismus, wie wir ihn hier zeigen, wächst von innen heraus. Er entsteht dort, wo Menschen Räume schaffen, die zuallererst für die Gemeinschaft vor Ort wertvoll sind. Diese Projekte machen die Regionen lebenswerter – und dadurch auch touristisch interessant.
Dieser Schwerpunkt ist eine Einladung, sich von unseren HeimatUnternehmern inspirieren zu lassen. Wenn der nächste Urlaub ansteht – warum nicht in Bayern? Oder, um es abschließend nochmals mit Goethe zu sagen, „Lerne nur das Glück ergreifen – denn das Glück ist immer da.“