Stein, Heimat und die Kraft der Verbindung
Stein begleitet Günter Schinn schon fast sein ganzes Leben. Heute führt er als Steinmetzmeister den Familienbetrieb in dritter Generation und beschäftigt sechs Mitarbeitende. Dass er diesen Weg einschlagen würde, war jedoch nicht von Anfang an klar.
„Als junger Mann war das für mich nicht selbstverständlich“, erinnert sich Schinn. „Aber durch ein Schulpraktikum, die Mitarbeiter meines Großvaters und später die Meisterausbildung in München hat mich der Beruf immer mehr begeistert.“
Besonders die kreative Seite des Handwerks hat ihn geprägt – und tut es bis heute. „In dem Beruf steckt unglaublich viel Gestalterisches. Das hat mich damals überzeugt und fasziniert mich noch immer.“
Der Schwerpunkt seines Unternehmens liegt heute in der Grabmalgestaltung und im Baubereich. Gleichzeitig nimmt die künstlerische Arbeit weiterhin einen wichtigen Platz ein. Davon zeugen zahlreiche Skulpturen, die in der Region zu finden sind, etwa entlang der Kunstwege in Essing und an der Altmühl. Für Schinn geht es dabei um mehr als die reine Formgebung.
„Skulpturen schaffen Atmosphäre und Flair. Sie machen etwas mit einem Ort. Und die Menschen wollen ihnen oft ganz unmittelbar begegnen, sie anfassen. Das ist etwas sehr Ursprüngliches.“
Eine Arbeit liegt ihm dabei besonders am Herzen: der „Lebensstein“, den er für einen Wettbewerb der Landesgartenschau Bayreuth geschaffen hat und der heute am Kunstweg in Essing steht. Die Skulptur stellt einen Wassertropfen dar, der auf eine Wasseroberfläche trifft. Besucherinnen und Besucher können durch diese Wasseroberfläche hindurchgehen. „Wasser bedeutet Leben. Das war die Idee dahinter.“ Seine Faszination für den Werkstoff Stein reicht jedoch weit über die künstlerische Arbeit hinaus. Schinn beschäftigt sich mit seiner Geschichte, seinem Alter und seiner Bedeutung für die Menschheit. „Wenn man sich vor Augen führt, wie alt Stein ist und wie lange er die Menschen begleitet hat – von den ersten Werkzeugen bis heute –, dann ist das schon beeindruckend.“ Dabei widerspricht er auch einem verbreiteten Bild. „Viele empfinden Stein als kalt und hart. Aber Stein kann durchaus weich und warm wirken.“
Diese Verbundenheit zeigt sich auch in seiner Beziehung zur Region. Riedenburg liegt in den Juraausläufern, einer Landschaft, die einst Meeresboden war. Rund 70 Prozent der Steine, die Schinn verarbeitet, stammen aus einem Umkreis von 50 bis 60 Kilometern. Ergänzt werden sie vor allem durch Granit aus dem Bayerischen Wald. „Natürlich verbindet mich der Stein mit dieser Region. Die typischen Kalksteine gehören einfach zu unserer Landschaft.“ Doch nicht nur die geologischen Besonderheiten prägen das Riedenburger Land. Für Schinn ist es vor allem das Miteinander der Menschen.
„Die Region ist sehr lebendig. Vom Frühjahr bis in den Herbst ist unglaublich viel los. Gleichzeitig ist sie gut strukturiert und bietet eine hohe Lebensqualität.“ Besonders schätzt er die Offenheit und Hilfsbereitschaft vor Ort. „Was die Region ausmacht, ist, dass die Menschen mitmachen. Bei Festen, bei Veranstaltungen oder auch im Alltag. Man arbeitet zusammen und hilft sich gegenseitig.“ Diese Erfahrung macht er auch im Handwerk. „Die Zusammenarbeit unter den Handwerkern funktioniert hier sehr gut.“
Für die Zukunft hat er einen klaren Wunsch:
Heimat ist für ihn dabei weit mehr als ein geografischer Ort. „Heimat ist Vertrauen. Heimat ist Leben. Und Heimat ist eine starke Verbindung. Das empfinde ich als etwas sehr Schönes.“
Vielleicht erklärt genau das auch seine Offenheit für HeimatUnternehmen. In der entstehenden HeimatUnternehmen-Region Riedenburger Land gehört Günter Schinn zu den Unternehmerpersönlichkeiten der ersten Stunde. Bei den bisherigen Stammtischen, organisiert von HeimatEntwickler Tobias Pfaller, hat er bereits erlebt, welchen Wert solche Begegnungen schaffen können. „Man bekommt neue Impulse und lernt Menschen kennen, die in der Region etwas bewegen wollen.“ Dabei gehe es nicht nur um gesellige Treffen, sondern auch um den Austausch über unternehmerische Herausforderungen. „Man spricht über Bedarfe, über Erfolge, aber auch über Sorgen und Ängste. Das ist ein sehr offener und wertvoller Austausch.“
Gerade darin liegt die Stärke von HeimatUnternehmen: Menschen miteinander zu verbinden, die Verantwortung für ihre Region übernehmen und Zukunft vor Ort gestalten wollen. Günter Schinn steht beispielhaft für diese Haltung. Verwurzelt in seiner Heimat, offen für neue Impulse und überzeugt von der Kraft des Miteinanders. Oder, wie man es auch als Leitgedanken für die neue HeimatUnternehmen-Region im Riedenburger Land formulieren könnte:
Heimat entsteht dort, wo Menschen ihre Ideen, ihre Erfahrungen und ihr Engagement miteinander teilen – und daraus gemeinsam Zukunft für ihre Region schaffen.